Neues Stadtviertel „Augustinus-Park“ entsteht direkt an der Obererft

Lage und Nachbarschaft

Das Augustinusgelände befindet sich im Osten der Neusser Kernstadt. Es wird im Norden von den stark befahrenen Verkehrsadern der Nordkanalallee und der Augustinusstraße begrenzt, hier befinden sich großmaßstäbliche Gebäudekomplexe, wie das St.-Josef-Krankenhaus, das Kloster Immaculata, ein neues Wohnquartier auf dem Gelände der ehemaligen Sauerkrautfabrik Leuchtenberg im unmittelbaren Umfeld des Alexianerplatzes bzw. weiter nördlich auch Büros und öffentliche Infrastruktureinrichtungen.

Im Westen liegt der Landschaftsraum an der Obererft, im Süden ein in den 80er Jahren entstandenes Wohnquartier Meertal und im Osten eine kleinmaßstäbliche Wohnbebauung am Berghäuschenweg. Westlich der Erft schließt das Dichterviertel an.

Der Freiraum entlang der Obererft, der über Fußwege und Brücken angeschlossen ist, hat für dieses Quartier eine wichtige Bedeutung als Naherholungsgebiet. Hier durchzieht die Obererft als weitgehend bewaldeter Grünkorridor das Gebiet von Süd nach Nord. Östlich angrenzend an die auch als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesene Obererft wurde eine ökologische Ausgleichsfläche in Form einer Mähwiese mit einzelnen Gehölzen angelegt. Diese wird von einem Wanderweg durchzogen.

 

Städtebaulicher Entwurf

Rund um den historischen Kern des Geländes mit Klostergebäude, Klosterkirche sowie Klostergarten mit Friedhof, die von der Ordensgemeinschaft der Alexianerbrüder genutzt werden, wird das insgesamt 15 ha große Areal in den kommenden Jahren zu einem neuen attraktiven Wohnstandort mit über 500 Wohneinheiten entwickelt. Die geplante Bebauung nutzt das Gelände intensiver und reduziert das Grün auf wesentliche Achsen und Bereiche, schließt Lücken zwischen dem Wohnquartier Meertal, der Wohnbebauung am Berghäuschenweg und dem Dichterviertel im Westen.

Aus dem städtebaulichen Wettbewerb aus dem Jahr 2012 ging Wick + Partner, Architekten Stadtplaner, als erster Preisträger hervor. Die diesem Konzept zugrunde liegende Idee eines Bezugs jeder Parzelle zu den bestehenden oder neugeschaffenen Freiraumelementen war verbindliche Grundlage der weiteren Bearbeitung.

Die Wettbewerbsplanung wurde 2013 durch den Gewinner weiterentwickelt und zu einem städtebaulichen Entwurf ausgearbeitet. Dieser dient als Grundlage für die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit im Rahmen des Bebauungsplanverfahrens 2014.

Wesentlicher Charakterzug des städtebaulichen Entwurfs ist die Schaffung eines Wohnquartiers, das die unterschiedlichsten Bedürfnisse des Wohnungsmarktes abdeckt und für alle Wohnsituationen eine attraktive Vernetzung mit dem zentralen Grünraum des Klosterparks und den umgebenden Grün- und Landschaftsräumen schafft.

Ziel des parallel entwickelten Gestaltleitfadens ist es, das Quartier zu einer Einheit zu verschmelzen, die Geschichte des Ortes spürbar zu machen, den umgebenden Bestand zu respektieren und dennoch für jede Nutzung attraktive Bedingungen zu schaffen.

Herzstück des Plangebiets ist die Bestandsbebauung mit Kirche, Kloster und Kernbau des ehemaligen Krankenhauses. Die Umnutzung des Krankenhausbaus als Gesundheitszentrum wurde gutachterlich untersucht. Kloster und Kirche bleiben in ihrer Funktion bestehen.

Bezahlbare Mietwohnungen, Eigentumswohnungen und Einfamilienhäuser

Beim größten Projekt in der Geschichte der Neusser Bauverein AG geht es in diesem Jahr mit der Planung und der Projektentwicklung weiter voran. Auf dem rund 15 Hektar großen Grundstück am ehemaligen Alexianer-Krankenhaus an der Nordkanalallee wird ein neuer Stadtteil über 500 Wohneinheiten entstehen, darunter bezahlbare öffentlich geförderte und freifinanzierte Wohnungen sowie Eigentumsmaßnahmen.

In der Weiterentwicklung des städtebaulichen Entwurfs auf dem Gebiet des ehemaligen Sankt Alexius Krankenhauses an zentraler Stelle in Neuss plant die Neusser Bauverein AG für die Baufelder „A1“, „G3“, „A2“, „C2“ und „H1“ die Errichtung von unterschiedlichen Mehr- und Einfamilienhäusern und einer Kindertagesstätte.

Die Umsetzung des städtebaulichen Entwurfs ist in einzelne Etappen bzw. Bauabschnitte unterteilt, so wird das Areal in einzelne Baufelder mit individuellen Charakteren gegliedert. Aufgabe dieses Wettbewerbs ist es für vier Wettbewerbsbereiche mit insgesamt fünf unterschiedlichen Baufeldern auf dem Gelände des ehemaligen St. Alexius Krankenhauses Lösungen zu erarbeiten, die die jeweiligen Bautypologien klar abbilden.

2017 wurde für diese vier Baufelder ein Architekturwettbewerb durchgeführt:

Wettbewerbsbereich 1
Baufeld C2: Kita und Geschosswohnungsbau

Wettbewerbsbereich 2
Baufeld A2: Geschosswohnungsbau und öffentlicher Platz

Wettbewerbsbereich 3
Baufeld A1: Zwei Stadtvillen
Baufeld G3: Geschosswohnungsbau

Wettbewerbsbereich 4
Baufeld H1: Doppelhäuser/ Reihenhäuser

Die Baufelder C2 und A2 haben aufgrund ihrer prominenten Lage eine für das Quartier besonders prägende städtebauliche Funktion. Bei den weiteren Baufeldern A1, G3 und H1 steht die Kostensenkung im Eigentumserwerb bei einer möglichst hohen architektonischen Qualität im Vordergrund.

Durch das Wettbewerbsverfahren soll sowohl eine Qualitätssicherung für den Hochbau und die architektonische Qualität, der privaten Freiräume und der privaten Erschließung inkl. der Stellplatzorganisation – als auch die Erarbeitung von Grundrissen und Fassadendetails sichergestellt werden.

Aus dem Wettbewerb gingen folgende Preisträger für die jeweiligen Wettbewerbsbereiche hervor, deren Entwürfe in den kommenden Jahren umgesetzt werden:

  • Wettbewerbsbereich 1: Baufeld C2 – Konrath Wennemar, Düsseldorf

  • Wettbewerbsbereich 2: Baufeld A2 – Molestina Architekten, Köln

  • Wettbewerbsbereich 3: Baufeld A1 – HGMB, Düsseldorf | Baufeld G3 – Lorbeer + Paul Architekten, Köln

  • Wettbewerbsbereich 4: Baufeld H1 – Döll Architecten, Rotterdam

Die Sieger-Entwürfe aus dem Wettbewerbsverfahren

Initialprojekt startet im September 2018

Auf dem Areal in der Nähe zur Innenstadt mit hohem Naherholungswert sind auch Angebote für Menschen mit Demenz oder mit Handicap, Betreutes Wohnen sowie Gruppenwohnungen und zwei Kindertagesstätten und ein Gesundheitszentrum geplant.

„Wie bei unseren anderen Projekten, wird ein Sozialpartner einen Stadtteiltreff moderieren und für eine nachhaltige Entwicklung des neuen Viertels sorgen“, sagt der Vorstandsvorsitzende Frank Lubig.

Als Initialprojekt für die Entwicklung des Areals soll im ab September 2018 mit dem Bau von 59 bezahlbaren Wohnungen an der Nordkanalallee begonnen werden. Dort entstehen fünf barrierearme Mehrfamilienhäuser mit 33 öffentlich geförderten und 26 freifinanzierten Mietwohnungen.

Zudem will der Neusser Bauverein bei der weiteren Projektentwicklung auf die große Nachfrage nach Eigentum reagieren und auf dem Areal Eigentumswohnungen und Einfamilienhäuser zum Kauf anbieten. Auch private Bauherren werden dort auf eigenen Grundstücken bauen können.